Die Hoffnung kommt mit der Zeit…

Hallo an die, die dies lesen!

Ich habe lange damit gerungen diesen Beitrag zu veröffentlichen bzw. ihn überhaupt zu schreiben. Aber ich möchte doch ein paar Zeilen aus unserem neuen Leben und vor Allem mit unserem kleinen Raben loswerden.

Ich zählte die Tage bis zum 9. Januar, da hieß es für unseren kleinen Raben Eingewöhnung in den Kindergarten. Dieser eine Monat, den ich mit ihm zu Hause war, war nicht schön. Er ging eben seit seinem ersten Lebensjahr in den Kindergarten und ich wieder auf Arbeit. Mir gingen die Ideen aus, ihn zu beschäftigen, zudem kam hinzu, dass wir niemanden hier kannten. Einfach mal zu einer anderen Mama mit Kind gehen war nicht drin und ihm fehlten die Kinder sehr. Ich versuchte es mit Eltern-Kind-Kursen, doch vor den Sommerferien kommen wir nirgends rein. So ist das nun eben im Dorf mit vielen Kindern. Ich hatte eine kleine Krabbelgruppe gefunden, die allerdings nur einmal in der Woche und das auch noch für nur eine Stunde stattgefunden hat.

Der erste Besuch war für mich auch nicht so angenehm, denn ich hatte ständig das Gefühl nicht willkommen zu sein. Ich freundete mich etwas mit dem einzigen Papa dort an, weil ich mit Männern einfach oft besser kann. Wir sprachen über Star Wars und bauten fleißig mit den Kindern Lego.

Der zweite Besuch wiederum war richtig klasse! Ich weiß nicht woran es lag aber man hat uns offener begrüßt und die Mütter zeigten auch plötzlich Interesse an uns. Es war wohl ein „beschnuppern“ nötig. Jedenfalls fanden wir einige Themen die uns zusammen brachten und gehen jetzt sehr gerne hin.

Dann war es soweit: Eingewöhnung im Kindergarten. Die ersten 4 Tage blieb ich mit im Raum während eine Erzieherin versuchte sich dem kleinen Raben zu nähern. Unser Kind war schon immer so, dass er kaum Nähe zugelassen hat. Kuscheln kannten wir damals nur von dem frisch aus dem Bauchinkubator geschlüpften Küken oder wenn er krank war. Erst vor 3-4 Monaten fing er an Küsschen zu geben oder mal etwas zu kuscheln.

Die erste Trennung am 5. Tag lief dann besser als erwartet. Der kleine Rabe sagte mir selbstverständlich „Tschüüüüss!“ und hat nicht einmal geweint. Eigentlich war ausgemacht nur 15 Minuten zu trennen doch sie verlängerten auf 30 Minuten, einfach weil es so gut lief.

Als ich so in diesem Eltern Cafe, dass zu Einrichtung gehört saß und aus dem Fenster blickte, fiel mir die erste Eingewöhnung, im Kindergarten in Jena ein. Da fiel ihm die ersten Trennungen auch so leicht. Mein Herz blutete furchtbar und ich habe an mir gezweifelt, ob ich eine gute Mutter sei. Immerhin schien es so, als ob er ohne mich auskommt und glücklicher ist. Irgendwann erkannte ich, dass es ein einfacher Reifeprozess ist. Das Wiedersehen, egal nach wie vielen Minuten/ Stunden war dann doch immer sehr schön. Die zweite  Eingewöhnung in der jetzigen Einrichtung war aber nicht mehr so schwer für mich. Im Gegenteil, ich spürte Erleichterung. Ich war froh dass er alles so gut annahm und sich doch sichtlich wohl fühlt aber dennoch gern mit mir wieder nach Hause kommt. Er ist am Tag dann doch etwas ausgelassener und ihm tut der Kontakt zu den Kindern wieder richtig gut. Sogar zwei neue Freunde hat er schon gefunden.

In einem ganzen Jahr habe ich mich aber so sehr daran gewöhnt, auch mal Abstand von ihm zu haben und er von mir, dass es mir diesen einen Monat so schwer fiel, ihn bei mir zu haben. Das ist schon etwas verrückt und ich habe mich des Öfteren gefragt, wie die Mütter das mit 3 Jahren Elternzeit schaffen. An diesem Punkt könnte man sich streiten, wie viele Jahre doch besser für ein Kind geeignet ist aber darum geht es nicht. Dem kleinen Raben und uns ging es damit gut, ihn schon mit einem Jahr in den Kindergarten zu stecken. Er hat viel gelernt und er lebt noch. Ich würde es immer wieder so machen!

An dieser Stelle aber großen Respekt an die Mütter, die wirklich 2 oder 3 Jahre Elternzeit machen und vielleicht noch mehr als ein Kind betreuen. Ich könnte es nicht!

Die Eingewöhnung hat der kleine Rabe aber nun hinter sich. Früh möchte er sich noch nicht so richtig von mir oder Papa trennen, da gibt es gerade noch viele Tränen aber angeblich sind diese nach 10 Minuten wieder getrocknet. Essen und schlafen funktionieren auch ohne Probleme. Das gibt mir ein gutes Gefühl, denn wenn man irgendwo nicht essen oder schlafen will, ist das für mich jedenfalls ein Zeichen, dass man sich nicht wohl fühlt. Im Kindergarten ist der kleine Rabe das liebste Kind von allen…

Zu Hause sieht das aber gerade anders aus. Er vermisst uns zwar im Kindergarten doch deswegen lieb sein? Bzw. es Mama und Papa etwas leichter machen? Nö nö nö nöööööö!

Ich sage immer vor mir her: „Es ist nur eine Phase. Es ist nur eine Phase. Es ist nur eine Phase…“, aber langsam kann ich mir das selbst nicht mehr glauben. Meine Nerven sind furchtbar angespannt. Allerdings gebe ich dafür nicht nur dem kleinen Raben die Schuld, sondern auch mir, weil ich durch den Umzug auch erstmal neue Arbeit finden muss, die mich auch wieder etwas runter bringt und meine Depressionen eingrenzt.

„Trotzphase“ passt aber dennoch wie Arsch auf Eimer. Egal was wir als Eltern sagen, wenn es ihm nicht passt, wird es nicht gemacht oder einfach überhört. Es werden Entscheidungen im Sekundentakt geändert und bei jeder Kleinigkeit gebockt. Und wir? Wir werden laut. Ich will mein Kind nicht anschreien! Ich sage etwas aber meistens 3 mal ruhig, beim vierten mal lauter und beim fünften Versuch werde ich sehr laut. Ich schreie. Kein zählen, erklären, wegtragen und, und, und hat geholfen. Es hilft gerade nichts. Ich habe nun schon so viele Tipps und Tricks durch, ich bin erschöpft.

Es gibt Tage da platze ich vor Stolz, weil ich die Rabenmama bin und an den anderen tagen möchte ich keine Mama mehr sein.

Wenn man so im Internet nach Lösungen sucht, egal ob in Sozialen Netzwerken und ihren Gruppen oder in Foren, ständig bist du die schlechteste Mutter der Welt, wenn du mit deinem Kind ein Problem hast. Das Nervt sehr und gibt einem das Gefühl allein damit zu sein. Das stimmt aber nicht! Ich habe mich jetzt schon ein paar mal auf Twitter und Instagram über dieses Probleme ausgelassen, keine Spur von Vorurteilen!

Ich kann es wohl nicht leugnen, dass ich ganz tolle Mütter, Väter und auch Kinderlose als Follower habe. Hier ein ganz großes Dankeschön an Euch!

Ich bekam Aufmunterungen und Unterstützungen und auch einige Kommentare wie: „Gottseidank geht es nicht nur uns so!“, nein, geht es Euch nicht! Es gibt viele Eltern die im Internet auf heile Welt machen aber die gibt es nicht. Es gibt im Leben immer Probleme oder Punkte an denen Unsere Nerven ein Ende haben, vor Allem mit Kind! Und da spielt das Alter auch keine Rolle! Egal ob Dein Kind 2 Wochen oder 50 Jahre alt ist, die Probleme werden nicht weniger, sie werden anders. Dafür haben Wir uns nun mal entschieden als Eltern.

Auch wenn ich gerade jeden Tag die Stunden und Minuten zähle bis der kleine Rabe ins Bett geht und doch mal öfters den Fernsehr an lasse, bin ich froh ihn zu haben! Ich kann ihn jetzt ja auch nicht mehr zurück geben, die Garantie ist abgelaufen 😀 .

Ich empfinde unsere Situation gerade als sehr schwierig aber es bleibt uns nichts übrig als weiter zu machen und neue Dinge auszuprobieren um alles wieder etwas harmonischer zu bekommen.

Wir warten die Zeit ab…

Eure Rabenschnabel.

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