Federn hochkrempeln es geht los!

Hallo an die, die dies lesen!

Einige waren jetzt schon sehr neugierig, wie es mit meiner Arbeitssituation weiter geht und da es sehr mühsam ist jedem Einzelnen zu schreiben, lasse ich einfach Alle, die den Blog lesen möchten daran teilhaben.

Der Anfang war noch leicht.

Es fing damit an, dass ich mich schon Ende Oktober, in Jena persönlich arbeitslos gemeldet habe. Dort wurden alle Daten von mir erfasst, ich schickte alle Unterlagen, die noch fehlten ein und wurde zu einem Gespräch eingeladen.

In dem Gespräch ging es schon um meine Zeiten die ich arbeiten könne und um die Berufsfelder, die mir vorschwebten. Dort wurde dann festgestellt, dass ich ja noch ein Kind habe. Ist ja nicht so dass es überall auf den Formularen drauf steht und ich es mehrmals erwähnt habe…

Daraufhin wurde mir gesagt, dass ich eigentlich keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 habe, weil ich die Betreuung meines Kindes nicht sicherstellen könnte, was eine Voraussetzung als Arbeitssuchende ist. Irgendwie verständlich. Ich erklärte der Dame, dass der kleine Rabe ab dem 09. Januar in der Eingewöhnungszeit ist und ich wohl erst Anfang Februar richtig für den Arbeitsmarkt verfügbar wäre. Da kam der Satz: „Wenn sie umgezogen sind, melden sie sich gleich in der nächstgelegenen Stelle und melden sie sich dort nochmal, ich glaube bei einem Monat machen sie mal eine Ausnahme, Bewerbungen können sie ja dennoch schreiben.“. Da hatte ich schon ein merkwürdiges Gefühl. Zurecht.

Verstehen sie mich auch?

Wir sind dann im Dezember umgezogen und bevor ich mich auf den Weg zum Arbeitsamt machen wollte, kam auch schon die erste Post mit einem Termin. Ich dachte mir daraufhin, dass ich dann vorher (der Zeitraum betrug 1 Woche) nicht hinmüsse. Kurz vor dem Termin wurde der kleine Rabe krank. Ich habe angerufen und gefragt ob man ihn verschieben kann. Dann kam erstmal die Frage ob ich die Betreuung vom Kind überhaupt sicherstellen kann. Ich habe denen am Telefon erklärt dass ich sicher ab 01. Februar arbeiten kann und was mir alles in Jena erzählt worden ist. Sie hat dann telefonisch meinen Antrag auf ALG 1 geändert. Sie schrieb dassDatum um, vom 01. Januar auf 01.Februar, da einfach in diesem einen Monat keine Ausnahme gemacht werden konnte. Ich fand das verständlich und akzeptierte das auch. Die Dame am Telefon bat mich noch meinen Antrag online auszufüllen und das Datum 01. Februar zu übernehmen, sie wollte mir dann auch noch einen neuen Termin zukommen lassen.

Der Online Antrag zum 01. Februar abgeschickt und auf den neuen Termin gewartet (Mitte Januar). Am 04. Februar bekam ich endlich Post aber mit einer Absage, dass ich keinen Anspruch auf ALG 1 habe, weil ich mich nicht persönlich gemeldet habe! Ähm, Hallo? Ich war in Jena persönlich da und nach dem Umzug sollte ich auf den nächsten Terminvorschlag warten?! Was sollte das denn jetzt? Gleich am Montag darauf machte ich mich los um zu fragen was das soll. Natürlich persönlich, damit die auch meine Wut richtig sehen konnten. Ich erklärte alles und da wurde festgestellt, dass die mich einfach aus dem System genommen haben, telefonisch! Wie zum Geier? Ich hatte nichts davon gesagt oder gehört. Das war denen aber egal, weil es nun so war und blieb. Meine „letzte Chance“ war, dass ich mich an dem selben Tag noch einmal einen Antrag aufsetze, plus Widerspruch für die Absage. Die Dame hat es mir ans Herz gelegen, das online zumachen, da es doch schneller geht. Ich habe sie gefragt, ob sie sich sicher ist, dass das funktioniert, da ich das ja schon mal online gemacht habe. „Ja, geht alles, gehen sie bitte heim.“, sie war sehr genervt von mir. Ich bin ja auch so schrecklich! Nach 8 Jahren lückenlosem Lebenslauf will ich beim Amt betteln -.-.

Nope, nope, nope, noooooope!

Zu Hause angekommen, setzte ich mich an den Computer und wollte den Antrag online ausfüllen. Der Computer ( nein, eigentlich die Seite vom Arbeitsamt) sagte aber NEIN! Wieder griff ich zum Telefon und fragte was das soll. Leider wird man ja mit dem Serviceunternehmen verbunden und nicht mit dem jeweiligen Amt. Dort erklärte man mir, dass, das überhaupt nicht funktioniert, aber warum hat das diese, so kompetente Dame dann gesagt? WEIL SIE KEINE AHNUNG HAT! Da weiß manchmal der eine nicht, was der andere macht. Das Ende von diesem Lied war, dass ich den Antrag per Post noch einmal bekam, der aber auch noch eine fucking Woche brauchte! AHHHHHAHHHH!

So wollen sie arbeiten? Das geht doch nicht!

Davor durfte ich wieder über meine Berufsfelder, Zeiten und alle anderen Einschränkungen sprechen. Ich durfte mir dann sogar Fragen anhören wie, „Warum sind sie mit ihrem Mann eigentlich mit, konnte der nicht pendeln?“, es gab in der Richtung noch so einige unangebrachte Fragen aber diese ließ mich doch etwas mehr meine Beherrschung verlieren. Der Rabenmann ist immerhin 4 Monate lang gependelt und das jedes Wochenende, 700km und noch mehr. Der kleine Rabe hat ihn sehr vermisst und ich litt auch darunter und das sollten wir weiter so machen, nur um dem Amt nicht „auf der Tasche zu liegen“? Die spinnen doch! Ich konnte trotz Allem sehr sachlich bleiben. Gegen Ende des Gespräches erklärte sie mir, dass ich mit meinen „Anforderungen“ keine Chance auf dem Arbeitsmarkt und vor Allem nicht in meinem Bereich hab. „Fick dich!“, dachte ich mir und ging.

Ich bin, SUPERRABEEEEEE!

Meine Pflichtbewerbungen hatte ich auch schnell geschrieben und konnte noch 8 freiwillige zusätzlich mit der Post abschicken.

Es vergingen keine zwei Tage und schwups, hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch. Ich erklärte dem Chef alles genau, wie meine Situation gerade aussieht. Ich weiß, viele denken vielleicht: “ Wie blöd bist du denn, du musst ihm nicht alles sagen!“, das weiß ich auch! Eigentlich wollte ich die Stelle ja auch nicht aber ich habe mich zu einem Probearbeiten überreden lassen. Dieses hatte mich eigentlich um so mehr bestärkt, dass ich die Stelle nicht möchte. Ich wurde danach zu einem weiteren Gespräch eingeladen, der Chef zeigte mir, wie sehr er mich als Arbeitnehmerin haben möchte und zeigte großes Verständnis, für meine Situation. Wir haben ein wenig verhandelt und dann setzte er einen Vertrag auf, den ich gestern unterschrieben habe. Ich gehe also ab dem 27.02 wieder arbeiten.

Das ist nicht die letzte Haltestelle!

Ich habe gemischte Gefühle. Ich will diesen Beruf nicht mehr ausüben aber es ist jetzt erstmal besser als Nichts. Zu Hause rumsitzen bringt mir nichts und dem Geldbeutel auch nicht und wer weiß, ob ich bei jemand anderem so viel Verständnis bekommen hätte.

Am Montag rufe ich beim Arbeitsamt an, und schreie „Fickt euch! Ich habe es geschafft und das um ein vielfaches schneller als ihr gedacht hättet!“, nein, ich werde mich normal abmelden und nur für Februar mein Geld abkassieren, ich Gangster… Entschuldigt mich bitte dafür aber man bekommt dort wirklich das Gefühl vermittelt, dass man ein Schmarotzer wär und nicht arbeiten will.

Da das Amt mir meine beruflichen Weiterentwicklungen nicht zustimmen wollte, nehme ich das, trotz neuem Job, selbst in die Hand! Ich möchte nicht mein Leben lang hinter irgendeiner Theke stehen oder an der Kasse sitzen. Ich werde mich weiter bewerben und vielleicht eine neue Ausbildung anfangen und dann denke ich auch über Fernstudium und andere Möglichkeiten nach. Aber erstmal wieder arbeiten und funktionieren!

Eure Rabenschnabel

PS: Aber 60 Millionen Euro für ein inzwischen gestopptes Softwareprojekt in den Sand setzen ist völlig in Ordnung und bleibt Folgenlos für die Verantwortlichen. Just sayin‘.

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